Text zur Phantasiereise: Blumenwiese

Du kannst es dir nun wieder so richtig bequem machen. Alles das dir hilft, dich leichter und besser zu entspannen, ist dabei willkommen. Falls du dich also noch zudecken willst oder dein Kuscheltier in den Arm nehmen möchtest, so kannst du das gerne tun.

Und dann kannst du damit beginnen ganz tief zu atmen, so dass sich dein Bauch beim Einatmen hebt und beim Ausatmen wieder senkt. Und mit jedem Einatmen kannst du immer mehr Ruhe aufnehmen und mit jedem Ausatmen alles loslassen, was du im Moment nicht brauchst. Und falls du es nicht schon getan hast, kannst du deine Augen langsam schließen, deinen Körper zur Ruhe kommen lassen und mit mir ins Land der Phantasie reisen.

Und wenn die Augen geschlossen sind, wird das Hören und das Fühlen noch wichtiger. Und neben Bildern, die wir mit unseren offenen Augen sehen, gibt auch Bilder in unserem Inneren, die wir besonders gut mit geschlossenen Augen sehen können.

Und ich möchte dich einladen, mit mir einen kleinen Spaziergang zu machen, zu einer wunderschönen Blumenwiese. Die Sonne lacht am Himmel und der Weg führt durch einen kleinen farbenfrohen Wald. Die Bäume stehen weit auseinander, so dass alles in viel Sonnenlicht getaucht ist.

Es gibt hier Tannen und Birken, Kiefern und Buchen und noch viele andere Bäume. Vögel sitzen in den Zweigen und zwitschern fröhlich ein Lied. In der Luft liegt ein leicht harziger Duft von Kiefern- und Tannennadeln und zwischen den Blättern der Bäume scheint die Sonne hindurch und spendet eine wohltuende Wärme. Das wirkt so beruhigend und entspannend.

Häufig gibt es Stellen im Körper, die mehr entspannt sind als andere und manchmal sogar eine Stelle, die von allen am meisten entspannt ist. Und wenn du möchtest, kannst du nun deinen Körper erforschen, und sehn, ob du diese besondere Stelle bei dir entdeckst. Meistens fühlt sich diese Stelle etwas anders an als die Anderen. Manchmal ist sie etwas wärmer oder kühler oder sie kribbelt ein wenig. Aber vielleicht ist es bei dir auch noch ganz anders.

Du hast die zauberhafte Blumenwiese nun fast schon erreicht. Sie befindet sich gleich hinter der kleinen Brücke am Ende des Waldweges. Schon bald bist du angekommen und du läuft über diese Brücke, die ganz leise quietscht und knarrt, und schon stehst mitten auf der Wiese zwischen all den Blumen.

Wenn du möchtest, kannst du deine Schuhe ausziehen und das warme und weiche Gras unter deinen Füßen spüren. Es ist ein angenehmes Gefühl barfuss über eine Wiese zu spazieren. Und du läufst weiter über diese Wiese, gehst vorbei an Gräsern und Blumen, die sanft deine Füße streicheln.

Schmetterlinge in vielen prachtvollen Farben fliegen umher und erfreuen sich an der bunten Blüten hier. Und auch andere Insekten sind unterwegs und naschen vom Blütenhonig der vielen Blumen.

Und dort im Gras steht auch eine prächtige Pusteblume. Mit ihrem langen grünen Stängel und oben der schweren silbernen Kugel aus vielen Samen schwankt sie langsam hin und her. Ein kleiner Windstoß genügt, um die kleinen Samen zu lösen und sie in der Luft tanzen zu lassen. Wie kleine Fallschirme im Wind treiben sie dahin immer weiter und weiter. Einer von ihnen ist schon etwas abgetrieben, fast schwerelos schwebt er über die Wiese – all die Gräser und Blumen – ganz leicht. Er spürt die Leichtigkeit in der Luft zu schweben und die Schwere der Welt, die ihn immer ein bisschen nach unten zieht – hinunter zur Erde. Und vielleicht spürst auch du die Schwere des Samens in deinem Körper, wie sie sich immer mehr ausbreitet – immer schwerer und schwerer.

Schon bald ist der Samen gelandet – an einem schönen sonnigen Plätzchen. Da liegt er auf dem warmen Boden und spürt die Wärme die sich immer mehr in ihm ausbreitet - so angenehm. Im nächsten Jahr wird hier an dieser Stelle eine neue Pusteblume stehen.

Der Tag neigt sich nun langsam dem Ende zu …

Vor die Sonne haben sich plötzlich ein paar dunkle Wolken geschoben. Schon bald fallen kleine Regentropfen vom Himmel zur Erde. Zum Glück gibt es in der Nähe eine alte Eiche, die mit ihren dichten Blättern Schutz vor dem Regen bietet. Unter dem alten Baum steht sogar eine bequeme Bank zum Ausruhen. Nach dem langen Spaziergang ist es so angenehm, sich ein wenig auszuruhen und seine Beine auszustrecken.

Du machst es dir auf der Bank gemütlich und schließt entspannt deine Augen. Das Plätschern des Regens trägt dich sanft davon. Die bunten Farben des Tages tanzen vor deinem inneren Auge, vermischen sich immer zu neuen Farben. Farben die sich im ganzen Körper ausbreiten und dort harmonisch pulsieren können. Wie ein Maler, der auf seiner Palette immer neue Farben mischt, kannst auch du in deinem Inneren immer neue Farben entstehen lassen - in vollkommener Harmonie.

Der Regen hat nun wieder aufgehört und die Sonne steht schon tief am Himmel. Mit leicht blinzelnden Augen lässt du deinen Blick noch einmal über diese herrliche Blumenwiese streifen und entdeckst auf einmal am Horizont einen wunderschönen Regenbogen in seiner ganzen Farbenpracht.

Und mit dem Bild des Regenbogens vor deinem inneren Augen, kannst du deinen Spaziergang nun langsam – ganz in deinem eigenen Tempo - beenden. Du kannst noch mal einen tiefen Atemzug nehmen, dich recken und strecken, deine Augen langsam öffnen, um dann mit einem Lächeln auf den Lippen, frisch und klar aufzuwachen.